FEMME ASSISE DE DOS, AU THÉÂTRE
Henri de Toulouse-Lautrec
ALBI 1864 - 1901 MALROMé
FEMME ASSISE DE DOS, AU THÉÂTRE
1895
BUNTSTIFT AUF PAPIER
KÜNSTLERSTEMPEL UNTEN LINKS
14,5 X 23 CM
PROVENIENZ

CHARLES VIGNIER, PARIS


PRIVATSAMMLUNG, SCHWEIZ

LITERATUR

M. G. DORTU, TOULOUSE-LAUTREC ET SON OEUVRE, VD. VI, NEW YORK 1971, S. 692, D. 4.046, S. 693.

Henri de Toulouse-Lautrec, Maler und Grafiker des Postimpressionismus im ausgehenden 19. Jahrhundert, wird 1864 als Sohn aristokratischer Eltern im französischen Albi geboren. Bereits im Kindesalter fertigt Toulouse-Lautrec erste Zeichnungen an, welche seine künstlerische Begabung zutage fördern. 1882 beginnt er mit nur 18 Jahren im Pariser Atelier von Léon Bonnat sein Kunststudium. Während dieser Zeit entsteht die Freundschaft mit Èmile Bernard und Vincent van Gogh. Der Pariser Stadtteil Montmartre wird während der Studienjahre Toulouse-Lautrecs zu dessen neuer Heimat. Die Besucher und Mitwirkenden umliegender Bars, Vergnügungslokale, sowie des Zirkus, sind beliebte Motive des Künstlers. Die in der vorliegenden Zeichnung rückwärtig dargestellte in einem Theatersessel sitzende Frau, ist schemenhaft skizziert. Mit sanftem aber dennoch schwungvollem Strich verleiht der Künstler ihr eine Form der Erhabenheit. Der hochgeschlossene Kragen sowie das halb offene mit einer Spange fixierte Haar wecken den Wunsch des Betrachters, der Theaterbesucherin ins Gesicht schauen zu dürfen. Die reduzierte aber gleichzeitig äußerst präzise gearbeitete Zeichnung vermittelt dem Betrachter das Gefühl, selbst direkt hinter der Frau zu sitzen. Neben den häufig farbintensiven und teilweise rauschenden Arbeiten des Künstlers, erstrahlt diese Zeichnung in ihrer unaufdringlichen Schönheit und vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit.