DESIGN FOR KORNFELD
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Sam Francis
SAN MATEO 1923 - 1994 SANTA MONICA
DESIGN FOR KORNFELD
1966
ACRYL AUF PAPIER
NICHT SIGNIERT
RÜCKSEITIG VOM KÜNSTLER MIT SCHWARZEM KUGELSCHREIBER BESCHRIFTET: „COVER DESIGN BACK FOR 1966 EXPO“
RÜCKSEITIG MIT DEM SAM FRANCIS NACHLASS-STEMPEL VERSEHEN

57 X 31 CM
PROVENIENZ

NACHLASS DES KÜNSTLERS

LITERATUR

DAS WERK IST UNTER DER INTERIMS-IDENTIFIKATIONSNUMMER 66-019 FÜR DAS IN VORBEREITUNG BEFINDLICHE WERKVERZEICHNIS DER WERKE AUF PAPIER VON SAM FRANCIS VORGESEHEN. DIESE INFORMATION KANN SICH ANHAND WISSENSCHAFTLICHER FORSCHUNGEN DER SAM FRANCIS FOUNDATION ÄNDERN.

Als Kosmopolit im besten Sinne führte der 1923 in San Mateo, Kalifornien, geborene Sam Francis ein Leben zwischen drei Kontinenten. Neben seiner Heimat USA, hauptsächlich in Kalifornien und New York lebend, war diese herausragende Künstlerpersönlichkeit in Europa zutiefst mit Paris und Bern verbunden.


Seine große Faszination für Asien, zahlreiche lange Aufenthalte und ein Wohnsitz in Tokyo, prägten den Künstler darüber hinaus und bereicherten sein Werk zutiefst. So gelang es dem Künstler seine eigene, unverwechselbare Bildsprache innerhalb des sogenannten „Action Paintings“ zu finden. Dabei spielte die Methode des Dripping eines Jackson Pollock, die kalligrafische Monumentalität eines Clifford Still und die geheimnisvollen, übereinanderliegenden Farbschleier Mark Rothkos, wie auch die Werke des Abstrakten Expressionismus mit ihrer Befreiung der Farbe für ihn eine inspirierende Rolle. In seinen Werken dominiert die Kraft der reinen, sich verströmenden Farbe, wobei gemäß eines Overall-Konzeptes des Bildes die Spuren über die Ränder des Bildes hinausweisen. Wenn während seiner europäischen Periode grau und weiß als vorherrschende Farbwerte dominierten, war es gegen Ende seines Lebens das Blau, ein brillantes Blau, ein Blau des Himmels und des Meeres, welches er in lockeren Konstellationen und Spuren ins Bild integrierte. Auch die anderen, von ihm verwendeten Farben erlauben elementare Assoziationen zu Erfahrungen der Natur und des Landschaftlichen. Sein fast kalligrafisch umgesetzter Farbauftrag, seine Experimentierfreude sowohl mit Farben und Formen als auch mit Techniken und Strukturen führten zu unverwechselbaren Kompositionen, die trotz aller Neuformulierungen rhythmisch immer wiederkehrten. Der Schöpfungsprozess des Künstlers geschah intuitiv, spontan und vital, doch zugleich durchdacht. So trägt jedes seiner Werke in der Abstraktion die Künstlerpersönlichkeit in sich und birgt Sam Francis’ spirituell-philosophische Auseinandersetzung mit den Polaritäten des Lebens. Zu seinen Lebzeiten war der renommierte Künstler in unzähligen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen  vertreten. Sein Tod im Jahre 1994 beendete diese grandiose, eminent in die Kunstgeschichte eingegangene Karriere.


 


Dynamik und Vitalität sind im Hinblick der Arbeit durchaus legitime Assoziationen. Mit ihrem unkonventionellen Bildaufbau weist das Werk des berühmten Künstlers einen eigenwilligen Charakter auf, welcher in einer eingehenden Beschäftigung seine volle Entfaltung findet. So ordnet die gemalte Rahmung des Bildes die vereinzelten Farbklekse und Spuren des Drippings im Inneren des Bildes ein, sodass sich dem Betrachter in Verbindung mit dem weißen Bildhintergrund ein Gesicht eröffnet. Ob diese Verbindung intendiert, oder unbeabsichtigt und zufällig entstanden ist, bleibt unklar. Ebenso lässt sich nicht feststellen, ob diese rhythmische Komposition das Ergebnis eines spontanen und intuitiven Schaffensaktes ist, oder ein konstruiertes Bildprogramm enthält. Ursprünglich sollte dieses Werk nämlich in der Mitte gefaltet, als Titelblatt einer Einladungskarte für den Kunstgaleristen und engen Freund des Künstlers, Eberhard W. Kornfeld, dienen. Sicher ist jedoch, dass diese herausragende Komposition als charakteristische Arbeit in das Œuvre des Künstlers eingeordnet werden darf und damit Teil einer Werkreihe von großer, kunsthistorischer Bedeutung wird.