NUDE BALANCING ON ONE FOOT
Alexander Calder
PHILADELPHIA 1898 - 1976 NEW YORK
NUDE BALANCING ON ONE FOOT
1944
TUSCHE UND GRAPHIT AUF PAPIER
UNTEN RECHTS SIGNIERT, BESCHRIFTET UND DATIERT: "WITH LOVE TO GWLADYS SANDY CALDER 44"
28,7 X 26,4 CM
PROVENIENZ

GESCHENK DES KÜNSTLERS AN GWLADY BROOKS, 1944


PERLS GALERIE, NEW YORK


PRIVATSAMMLUNG, PALM BEACH, 1986


ANONYMER VERKAUF: SOTHEBY'S NEW YORK, 11. OKTOBER 2006


PROARTE GALLERY, MIAMI, 2006


PRIVATSAMMLUNG, USA

LITERATUR

DIESE ARBEIT IST IN DEN ARCHIVEN DER CALDER FOUNDATION, NEW YORK, UNTER NR. A08504 REGISTRIERT.

Der 1898 in Philadelphia geborene Künstler Alexander Calder wurde als Kind einer erfolgreichen Künstlerfamilie in der dritten Generation bereits früh mit dem Thema der Kunst konfrontiert. Dennoch kehrte sich der vielseitig begabte Calder zunächst von dem künstlerischen Milieu seiner Familie ab und trat stattdessen eine Ausbildung zum Ingenieur an. Schon bald holte ihn die eigene Herkunft jedoch wieder ein, sodass der Künstler sich nach seinem Diplomabschluss mit dem Besuch der Art Students League in New York vermehrt dem Zeichnen hingab. Fasziniert von der Welt des Zirkus fand der Alexander Calder bereits zu Beginn seines künstlerischen Schaffens vor allem hier sein Motiv, sodass es 1926 in der The Artists Gallery in New York zu seiner ersten Ausstellung kam. Bereits hier zeichnete sich die Handschrift des Künstlers heraus, welche er in seinem darauffolgenden Schaffen hin zu seinen berühmten Drahtplastiken und Zeichnungen weiterentwickelte. Besonders der Kontakt zu Künstlern, wie Marcel Duchamp und Hans Arp prägten die künstlerische Entwicklung Alexander Calders. So war es Duchamp, der den motorgetriebenen Drahtskulpturen Calders den Namen Mobiles gab, während Arp kurze Zeit später den Begriff der Stabiles für die nicht motorisierten Objekte prägte.


Es zeigt sich, dass eben diese Mobiles und Stabiles zum Kernelement der Kunst Calders avancierten.


 


Mit feiner Linienführung und in vollkommener Reduktion dargestellt, scheint sich die abgebildete Figur beinahe schwerelos von ihrem Grund zu erheben. Ganz im Sinne der künstlerischen Charakteristika Calders vereint diese wunderbare Zeichnung zugleich die in sich ruhende Stabilität seiner Drahtfiguren – der sogenannten Stabiles, wie auch die Leichtigkeit seiner berühmten sich bewegenden Mobiles. So wirkt die auf einem Fuß balancierende Figur wie das Abbild, das Portrait seiner sogenannten Standing Mobiles. Darüber hinaus greift sie das zentrale Thema von fließender Bewegung auf, welches nicht nur seinen Mobiles zugrunde liegt, sondern immer wieder in seinen Drahtfiguren und Skulpturen, wie auch Zeichnungen zu erkennen ist. Das vorliegende Werk des Künstlers zeichnet sich im Besonderen durch die liebevolle Widmung an Gladys Brooks aus, welche der Zeichnung eine sehr persönliche Note verleiht. Damit wird diese Arbeit, die Calder einst der amerikanischen Kunstsammlerin schenkte, zum Zeugnis für den unvergleichlichen Sinn für Balance und Ästhetik, welcher den Arbeiten des bedeutenden Künstlers zugeschrieben werden kann.